Von Krieg träumte ich – Sandor Petöfi

Von Krieg träumte ich

Heute nacht hab ich geträumt: Ganz Ungarn
rief man auf zum Krieg! – Ich hab gehört
diesen Ruf, gesehn das alte Zeichen,
das im Land umging, das blutige Schwert.

Jeder, der es sah, hat sich erhoben,
jeder, der nicht gänzlich blutlos schon.
Keinem winkte schnödes Geld als Kriegssold,
allen nur der Freiheitskranz als Lohn.

Und das war am Tage unsrer Hochzeit,
Liebste, vor der ersten süßen Nacht.
Für mein Land zu sterben, hab ich dennoch
mich zum Marsch sogleich bereitgemacht.

Vor der Hochzeitsnacht ins Feld zu ziehen?
Ich erschaure, denk ich nur daran.
Dennoch, Liebste, wenn die Freiheit riefe,
tät ich es, wie ich’s im Traum getan.

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