So wie der Zweig erzittert – Sandor Petöfi

So wie der Zweig erzittert

So wie der Zweig erzittert,
schwingt sich der Vogel darauf,
zittre auch ich, steigt dein Bildnis
vor meiner Seele auf.
Dein muß ich immerdar denken,
Mädchen, Herzliebste mein,
bist dieser schönen Erde
herrlichster Edelstein.

So wie im Frühling die Donau
über die Ufer drängt,
wogt mir im Herzen die Liebe,
daß mir’s die Brust fast sprengt.
Liebst du mich noch, süße Rose?
Heiß wie dereinst lieb ich dich!
Vater und Mutter lieben
treuer dich nicht als ich.

Sommer war’s, als wir uns fanden,
da warst du zärtlich und lieb.
Seit uns der Winter trennte,
scheint alles kalt und trüb.
Gott mag dich segnen, Herzliebste,
wenn du mir treu nicht bliebst…
Tausendmal soll er dich segnen,
wenn du wie einst mich liebst!

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