Rühmt man mich als guten Dichter – Sandor Petöfi

Rühmt man mich als guten Dichter

Rühmt man mich als guten Dichter,
nun, dann werd ich’s wohl auch sein.
Doch ich hör’s nicht gerne, Liebste,
stimmst du in dies Lob mit ein!

Rühmst du selber meine Verse,
ist mir’s, als verdien ich’s nicht,
denn ich fühl’s: Mit dir verglichen,
bin ich nur ein trübes Licht.

In dem flüchtigsten Gedanken,
welcher deinem Kopf entspringt,
in der leisesten Empfindung,
die in deinem Herzen schwingt,

in dein Feuer deiner Augen,
das mich nur verstohlen streift,
in dem Wohlklang deiner Stimme,
die mir in die Seele greift,

oder aar in deinem Lächeln
ist mehr Poesie, mein Lieb,
als in fünfhundert Gedichten,
welche ich bis heute schrieb.

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