Ohne dich bin ich auf Reisen – Sandor Petöfi

Ohne dich bin ich auf Reisen

Allein nun, ohne dich auf Reisen,
bin ich’s doch nicht, denn immer kreisen,
mein guter Engel, fühle ich
getreulich deinen Geist um mich.
Nur weiß ich nicht, in welchem Bilde
du hier im dämmernden Gefilde
dich hast verhüllt. – Bist du der Wind,
der mir die Stirn umfächelt lind ?
Bist du die sanfte Abendröte,
die zärtlich mich so lang umwehte?
Bist du der helle Abendstern,
der mir, dem Wanderer, leuchtet fern ?
Bist du das Vögelchen, das leise
mit singt im Busch so süße Weise,
die Blume, die dort auf mich blickt
und freundlich wie zum Gruße nickt,
als spräch sie: “Brich mich ohne Zagen,
darfst mich an deinem Herzen tragen!”
O Liebste, flüstere mir zu,
wer, wer von allen, wer bist du?

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