Der Tiger – Franz Werfel

Der Tiger (Nach William Blake) Tiger! Tiger! gelber Brand In den Forst der Nacht gebannt Welch Gottesaug und -hand verlieh Dir tödlich deine Symmetrie? In…

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Der König – Franz Werfel

Der König Laub im Wald, Einen Winter alt, Ist heut schon schwarz. Bald, Übers Jahr Als Erd feucht starrt’s. Meer bei Flut Wirft zarte Brut,…

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Der Arrivierte – Franz Werfel

Der Arrivierte So hab ich denn in eigenwilliger Und zäher Gier Kunst, Ruhm und Weib erreicht. Ich zahlte bar. Nun spielt man mir den Streich….

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Das Lied Der Ahnen – Franz Werfel

Das Lied der Ahnen         Dein Leib ist unsre Gabe,         Merk dir’s, nicht deine Habe! Er ward von…

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Bessere Menschen – Franz Werfel

Bessere Menschen Vollkommenheit, Vollendung! Deinetwillen grüße ich Die Sünde, grüße ich Das Arme, Endliche in mir! Ist es nicht gut, Daß immer Himmel ist, daß…

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April – Franz Werfel

April Hör ich nicht das Herz der Birke, Das ihr bis zum Halse pocht? Welche Lieb im Lichtbezirke Hat sie plötzlich übermocht? Gestern starrte öd…

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All-Chemie – Franz Werfel

All-Chemie Nun hat in einem Blitz-Momente Der letzte Sinn sich mir geklärt, Und schon ist mir das Streng-Getrennte Der Dinge pflanzlich zugewährt. Aus Tisch und…

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Wenn Zu Groß Werden Die Worte Der Liebenden – Franz Werfel

Wenn zu groß werden die Worte der Liebenden Wenn zu groß werden die Worte der Liebenden, Herrsche ich über die Salzwüste, Die sie durchflattern, Ohne…

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Verliebte Frühe – Franz Werfel

Verliebte Frühe Das Gehölz wirft sich im Wind Wie ein Schläfer in erster Frühe. Schon schmolz die eiserne Nacht. Mein erwachtes Blut, Flüssiger rinnt es…

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Traum Von Einer Neuen Hölle – Franz Werfel

Traum von einer neuen Hölle (Gesang aus einer neuen Hölle) 17 Von einem Lichte bis ins Herz geblendet Das ungeheuer auf mich niederfuhr, Aus einer…

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Sonntag – Franz Werfel

Sonntag So wird es Tag und so wird’s Nacht. Wer weiß, was das bedeutet? In Häusern ein ums andre Licht. Ein Fenstervorhang flattert, Und nur…

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Ruths Worte – Franz Werfel

Ruths Worte Wo du auch hingehst, geh ich hin Und wo du bleibst, dort will ich bleiben Dein Gott ist mein Gott und dein Volk…

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Novembergesang – Franz Werfel

Novembergesang Das ist November. Jahrzeit der Mühlen, Wind der schwarzen Frühmessen, Friedhof, Und Tausendnächtlichkeit Der kindischen Lichtlein Und ihre Angst. Nun sind die Stapfen schwer…

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Mit Einer Widmung Dieser Gedichte – Franz Werfel

Mit einer Widmung dieser Gedichte Freund, der einst mich hörte, Wirst du mich noch hören, Wird, was dich zerstörte, Auch mein Wort verstören? Frühe schwand…

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Lebenswende – Franz Werfel

Lebenswende Mein Selbst, du alter Gaul, der mich getragen Mit festem Trab in diese Finsternis, Beginnst du, nun die Not kommt, auszuschlagen Und bockst und…

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Ich Habe Eine Gute Tat Getan – Franz Werfel

Ich habe eine gute Tat getan Herz frohlocke! Eine gute Tat habe ich getan. Nun bin ich nicht mehr einsam. Ein Mensch lebt, Es lebt…

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Gesetz Des Bogens – Franz Werfel

Gesetz des Bogens Wenn ich ersticke in den Meeresengen Schlafloser Nacht im Bett, das mit mir fliegt, Fühl’ ich die Kraft sich in mein Schweben…

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Friede – Franz Werfel

Friede     Woher ich mich geschwungen, Wohin ich vorgedrungen, – Ich habe nicht ergründet, Wovon ich wirr gesungen.     Nun ist im Haus,…

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Elternlied – Franz Werfel

Elternlied Kinder laufen fort. Langher kann’s noch garnicht sein, Kamen sie zur Tür herein, Saßen zwistiglich vereint Alle um den Tisch. Kinder laufen fort. Und…

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Ein Lied – Franz Werfel

Ein Lied Gute Nacht, liebe Mutter, ich geh schlafen. Ob der Morgen kommt, Ob ich wieder wach sein werde, weiß ich nicht. Gute Nacht, liebe…

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Die Tugend – Franz Werfel

Die Tugend Die Lüge ist das Weib des Potiphar, Mit schleppenträgem Kleide angetan, Das ist bemalt mit allem, was da war, Und ist, und sein…

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Die Heilige Elisabeth – Franz Werfel

Die heilige Elisabeth Für Gertrud Spirk Wie sie geht Die Schwester der fünften Stund und der Lerchen, Unter dem noch versagenden Himmel, Dem atmenden Osten…

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Der Weltfreund, Hoher Vollendung Zusschreitend – Franz Werfel

Der Weltfreund, hoher Vollendung zusschreitend Wie spannt sich heut’ der ungetrübte Bogen, Wie farbig wandeln all die Sonntagstrachten! Zu Flaggenkranz, zu Strandkaffees und Yachten Fühlt…

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Der Verspielte – Franz Werfel

Der Verspielte Spiel, nur Spiel! Als Kind zu spielen Immer noch … Ich träumte schwer … Doch die Himmel sind aprilen, Luft und Licht voll…

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Der Scheideweg – Franz Werfel

Der Scheideweg Immer, immer winkt uns von einer Seite Der schwammige Backentaschen-Baal, Bauch-Baal, Schlauch-Götze der Rhinozerosse. Sau-Geist und Lau-Geist der Moräste, Der Wampen-Wal und Wanst-Bowist,…

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Der Hymnus An Den Leib – Franz Werfel

Der Hymnus an den Leib Springt aus dem Bette! Ein Tag der Jugend bricht an. Junges Weib, junger Mann! Werft ab das Leinen! Die Mütter…

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Das Unrechte – Franz Werfel

Das Unrechte Es ist ein falscher Schmerz in dir … Drum hörst du nicht den Finken in der Fichte. Es sticht dich böse Unruh auf…

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Das Felsengrab – Franz Werfel

Das Felsengrab In einem Felsengrab, Das aus Musik gehauen ist, Möcht’ ich einst schlafen gehn. Rund wölbt die Höhle sich Aus bogigem Gesang. Die sanfteste…

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Bannung Des Verborgenen Vogels – Franz Werfel

Bannung des verborgenen Vogels (Nacht des siebenten Juli) Gräßlicher Vogel hat dreimal gequarrt, In der Nacht versteckt. Mein Leben erstarrt. Einst schon hab ich den…

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An Eine Lerche – Franz Werfel

An eine Lerche Heil Dir, zarter Lied-Geist, Vogel warst Du nie! Shelley Du heiliges Zittern unter dem toten Oben! Du geistiges Schwirren über dem tödlichen…

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Zwiegespräch An Der Mauer Des Paradieses – Franz Werfel

Zwiegespräch an der Mauer des Paradieses Adam Müde in den schmerzensreichen Schuhn, Durch den Tag der Straßenqual gegangen … Fang mich, Abend, auf, in dir…

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Wanderlied – Franz Werfel

Wanderlied Glaubst du, deine Schritte sind vergangen, Die einst kies- und straßenüber klangen? Deine schwergesenkten, deine leichtgelenkten, Deine volksvermengten, deine kindgedrängten, Deine Schritte laufen oder…

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Unsterblichkeit – Franz Werfel

Unsterblichkeit Viel ist es, schon weil Tod ist, Mensch zu sein! Doch aller süßen Worte Süßestes Ist die Unsterblichkeit! Daß erschüttert sind Die rasenden Himmel…

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Tempora Mea In Manibus Tuis – Franz Werfel

Tempora mea in manibus Tuis Wem angehöre ich? Den Meinen? Nein! Die Meinen, die ich meine, sind nicht mein. Der Nächste selbst bleibt kalt und…

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Sequenz Von Den Schritten – Franz Werfel

Sequenz von den Schritten Ich liege in eines Halbschlafs Mitten, Der tief ins Schwarze eingeschnitten. Das Haus ist voll von hundert Schritten. Ich weiß, daß…

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Psychologen – Franz Werfel

Psychologen Ihr Erkennen ist ein Racheakt Am Geraden, das zum Glauben ladet Gottseidank! Auch er ist nicht intakt, Und es stinkt zutiefst, was ihn begnadet….

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Nachtfragment – Franz Werfel

Nachtfragment Bald hat dies, hat dies alles ausgeschlagen. Was muß ich noch im machtvoll einsamen Nachtbahnhof stehn, Und sehn, daß Lichter sind und Träger gehn,…

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Madonna Mit Den Krähen – Franz Werfel

Madonna mit den Krähen Es ist November in der Welt. Der Baum hebt nackt sein Krüppelbein. Gebüsch bebt, bettelnd hingestellt. Vereinsamt stiert der Meilenstein. Frech…

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Kindersonntagsausflug – Franz Werfel

Kindersonntagsausflug Vom Quai steigt eine Treppe zu Dampfschiff und Booten. Oh, Kindersonntagsausflug! Wie abenteuerlich kam mir das   alles vor. Strahlender Fluß, Frühlingshimmel, Regattakähne,  …

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Hohe Gemeinschaft – Franz Werfel

Hohe Gemeinschaft Nimmer, nimmer vergiß, wenn leicht Du in vielen Gelächtern weilst, Wie doch jedes Leben zuletzt Weh wird, und mühsam ein jeder stirbt. Mehr…

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Gesang Der Begrabenen – Franz Werfel

Gesang der Begrabenen Zartester Frühling! Nacht starb in frühen Schein. Da war der Schnee geschmolzen von unseren Gräberreihn. Unsere Hügel waren braun und rein. Morgenwind…

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Finsternis – Franz Werfel

Finsternis (Nach Lord Byron) 1 Mir träumte – doch war dies alles nicht nur Traum -: Der Sonne Feu’r war ausgestampft. Die Sterne Schleppten sich…

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Eintritt – Ii. – Franz Werfel

Eintritt – II. Und immer war ich meines Sterns gewahr, Der ins Geäste meines Wesens zückte, Und endlos blaß mir flatterte im Haar. Die Straße…

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Dunst Über Frankreichs Flur – Franz Werfel

Dunst über Frankreichs Flur Dunst über Frankreichs Flur! Der Tag war klar. Du nimmst der Allzuklarheit die Gefahr. In deine Arme eilt die Seine erfreut….

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Die Schiffe Ziehen Dem Meere Zu – Franz Werfel

Die Schiffe ziehen dem Meere zu Aus Verdi Die Schiffe ziehen dem Meere zu. Ich lasse sie ziehen, die Barken der Inseln. Ist die Geliebte…

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Die Ekstase Der Wolke – Franz Werfel

Die Ekstase der Wolke Hinunter ist die Sonne Und leer höhlt sich des Himmels Kalt-schwermütige Wüste. Da jauchzt, die wir nicht ahnten, Die Wolke auf!…

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Der Tod Des Diktators – Viii. – Franz Werfel

Der Tod des Diktators – VIII. 29 Wortlos, ganz in seine Macht verloren, Von den Fahnenflammen rot umschlagen, Wie ein Dynamo verschickt er Kraft. Schwanken…

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Der Polemiker – Franz Werfel

Der Polemiker Der Schuft ist selig, zeigst du dich als Schuft, Denn er bleibt obenauf mit seinen Trümpfen. Er stinkt und braucht darum die schlechte…

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Der Große Kauz – Franz Werfel

Der große Kauz Was ruft er mir zu Der schwebende Kauz Mit dem suchenden U Des klagenden Lauts? Wie ich sein harr, Verlischt das Gequarr,…

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Das Opfer – Iv. – Franz Werfel

Das Opfer – IV. Der weiße und gepflegte Hund Mein Herr, mein Herr, was sprichst du? Ich werde fliegen! Mich an dein rauhes Knie schmiegen!…

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Dämmerung – Franz Werfel

Dämmerung In dieser schauenden Stunde Wie seltsam, o wie seltsam ergreift es, Selbst ein Geheimnis zu sein In der Geheimnisse mitten … Schon erblauet der…

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Ballade Vom Herbstnebel – Franz Werfel

Ballade vom Herbstnebel Der Nebel ist wie Ofenrauch, Der Augen mir und Odem beizt. Der Herbst hat schlampig eingeheizt. Der Qualm kriecht über Baum und…

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Am Nachmittag Dieses Entsetzlichen Tages – Franz Werfel

Am Nachmittag dieses entsetzlichen Tages Dem Blinden ist die Welt erblindet, Dem Tauben ist die Welt ertaubt. So auch an keinen Glauben glaubt, Wer in…

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Zerfall – Franz Werfel

Zerfall Ich gehe ganz zerfallen über die Straße, Wie ein Korb voll Äpfel bin ich, den ein Bube umstieß. Nun rolle ich nach allen Seiten…

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Viele Welten Gibt Es – Franz Werfel

Viele Welten gibt es Viele Welten gibt es: Dunkle Schwingen Fühl vorüber ich am Fenster gleiten. Vieler Welten spür ich ein Durchdringen Ein Umschlingen, Trennen…

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Trinklied – Franz Werfel

Trinklied Wir sind wie Trinker, Gelassen über unsern Mord gebeugt. In schattiger Ausflucht Wanken wir dämmernd. Welch ein Geheimnis da? Was klopft von unten da?…

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Stimmen Der Heimat – Franz Werfel

Stimmen der Heimat (Für Hugo Siebenschein) In Westens Größe Kaum weiß ich, wie’s gekommen war – Erschien meiner Seele Sonnenjahr Und aus ferner Heimat An…

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Schönheit – Franz Werfel

Schönheit Bist du ein Mensch noch – Odem, Gang und Sinnen, Du Mann nicht, Weib nicht, Stern nicht und Geschlecht? Was wählst du gnädig, vor…

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Pazifistenlied 1938 – Franz Werfel

Pazifistenlied 1938 Kein Recht vorbehalten. Nachdruck und Übersetzung erwünscht, selbst die schlechteste. Uns wächst die Pest im Bauche, Das braune Carcenom. Bald sind wir nichts…

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Morpheus Puer – Franz Werfel

Morpheus Puer Der träumende Knabe sieht seine Mutter nicht mehr, hört nicht   ihr Sprechen, Nur die Gestalt über viele Sessel gestreckt, umwunden von  …

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