Traum – Andreas Kley

Traum Er geht wie selbstverständlich frühmorgens aus dem Haus. Die Landschaft dort ist ländlich. Weit führt sein Weg hinaus. Hinaus ans Feld, …

Später – Andreas Kley

Später Ich muss einmal … das könnt ihr doch verstehen? Ich muss einmal nach meinem Ende sehen. Ich muss einmal, vielleicht nicht …

So Ein Miststück – Andreas Kley

So ein Miststück Allerfeinstes Marzipan aus dem hohen Norden – neulich kaufte es Herr Hahn, seine Frau zu morden. Füllte schön es …

Sehr Wählerisch – Andreas Kley

Sehr wählerisch Ich mochte nie die dicken Feisten, die sich geschminkte Zicken leisten. Ich mochte nie die kleinen Schlanken, die auf rasierten …

Oder Was – Andreas Kley

Oder was Beim Nachbarn knarrt das Bettgestell. Dann quietscht es wie verrückt. Die Nachbarstochter Isabell macht mit und brüllt verzückt. Die Eltern …

Novembermelodie – Andreas Kley

Novembermelodie So einen Herbst hab ich noch nicht erfahren. So einen Herbst hab ich noch nicht gespürt. Es schneite im November schon …

Nachtgruß – Andreas Kley

Nachtgruß Ist auch deinen tausend Fragen keine Antwort je beschieden, darf ich’s wagen, darf ich’s sagen? Gut ist’s, dass du sie vermieden. …

Muh Du Kuh – Andreas Kley

Muh du Kuh Am Rande von Neustrelitz, zwar alt, doch kerngesund, lebt lang schon Willi Welitz mit seinem treuen Hund. Bereits in …

Mathewunder – Andreas Kley

Mathewunder Der Lehrer kam zum Unterricht. Er setzte sich ans Pult. Er sprach: „Ich sehe Gunter nicht. Wer ist denn daran Schuld?“ …

Mach Mal Licht – Andreas Kley

Mach mal Licht Es ist keiner auf dem Flur. Das ist äußerst günstig. Komm, wir machen schnell „Amour“. Ach, was bin ich …

Liebe Am Hafen – Andreas Kley

Liebe am Hafen Wie sich doch manchmal Leute ändern. Mein Opa beispielsweise war als Seemann Gast in allen Ländern. Nun kotzt er …

Kunstgenuss – Andreas Kley

Kunstgenuss Ein philharmonisches Konzert, das ist, was man jetzt wieder schätzt. So geht es auch Herrn Kunibert, der sich im Sperrsitz niedersetzt. …

Kleiner Urlaub – Andreas Kley

Kleiner Urlaub Menschen, die sich Karten lösen und am Bahnsteig warten, dösen manchmal ein. Ganz einfach so. Und derweil im Traume Wellen …

Im Wind – Andreas Kley

Im Wind Dinge, die im Wind geschehen, kann im Grunde nur ein Kind, wirklich nur ein Kind verstehen. Nämlich Dinge, die im …

Im Grunde, Oma – Andreas Kley

Im Grunde, Oma Im Grunde, Oma, warst du ja ganz nett. Hast mich nur manchmal mit dem Stock verdroschen. Und stecktest mich …

Hört Zu – Andreas Kley

Hört zu Hunde, die in Löchern leben, wirken reichlich knöchern neben den geschniegelten Gesellen, denen Herrchen schon am Morgen einen vollen Napf …

Herbst – Andreas Kley

Herbst Durch das offne Fenster bricht leicht verstaubtes Morgenlicht. Und ein Gärtner, alt und taub, fegt im nahen Park das Laub. Hebt …

Hals Über Kopf – Andreas Kley

Hals über Kopf Wer läuft mit einer krausen Schleppe, die feuchten Lippen bebend, im Hochzeitskleid zur Außentreppe? Die Braut, zur Zeit noch …

Gut Gekontert – Andreas Kley

Gut gekontert Und naht der Tod auf leisen Sohlen, nicht immer spät, oft vor der Zeit, fühlst du dich wie auf heißen …

Gott Befohlen – Andreas Kley

Gott befohlen Am Kirchturm kreisen Dohlen. Sie kreisen. Gott befohlen. Sie kreisen schön. Sie kreisen zu leisen, alten Weisen, die fromme Engel …

Fledderer – Andreas Kley

Fledderer Wenn ich zur noblen Bucht der Reichen eile, vom Wind in silberweißen Schaum getaucht, entdecke ich fast immer Leichenteile, die sind …

Etwas Windig – Andreas Kley

Etwas windig Hört ihr nicht das hohle Brausen draußen bei alten der Mole? Nein, das ist kein Ohrensausen. Das ist schweres Sturmgejohle. …

Erkenntnis – Andreas Kley

Erkenntnis Du fielst vom Stuhl beim Abendbrot. Ich fragte zärtlich: Bist du tot? Du sagtest:Ja. Da war mir klar, dass ich wohl …

Ein Dinx – Andreas Kley

Ein Dinx Sphinx weder männ- noch weiblich ist. Sphinx ist allein nur Sphinx. Wir sehen zwar, was leiblich ist, doch da es …

Du Insel – Andreas Kley

Du Insel Du Insel voller Schmetterlinge und vieler anderer netter Dinge, die zur Gestaltung schöner Stunden erfunden. Du Insel mit den weißen …

Deutschstunde – Andreas Kley

Deutschstunde Man sagt in meiner Nachbarschaft, dem armen, alten Hunde, der jeden Tag so achtbar klafft, dem schlage bald die Stunde. Ich …

Der Trieb – Andreas Kley

Der Trieb Es kennen nicht nur Jesuiten seit langer Zeit gewisse Riten. Ein Priester, um sich zu erbauen, verzichtet lebenslang auf Frauen. …

Damon – Andreas Kley

Damon Damon, oh Damon, du solltest dich was schämen. Was wär, wenn Leute kämen? Dann müsste ich mich grämen. Du kannst mich …

Beschränkt – Andreas Kley

Beschränkt Ich bin ein Mensch, der schwer begreift. Im Grunde bin ich dumm. Bis ein Gedanke in mir reift, sind vierzig Tage …

Ausgeschlossen – Andreas Kley

Ausgeschlossen Man spielt mir häufig einen Streich. Da kann ich gar nichts machen. Ich fange an zu weinen gleich. Die anderen aber …